Heimat und Chronik

Die Gemeinde Tuningen (797 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt) gehört zum Landkreis Schwarzwald-Baar in Baden-Württemberg und ist seit der Kreisreform im Jahre 1972/73 eigenständige Gemeinde mit derzeit knapp 3.000 Einwohnern.

 

Tuningen selber liegt an der nord-östlichen Kreisgrenze, auf der Baar; direkt an der Bundesautobahn A81, über welche man in knapp 60min. in der Landeshauptstadt Stuttgart und in nur 30min. an Deutschlands größtem Binnensee, dem Bodensee ist. Ebenfalls in 60min. gelangt man nach Freiburg.

 

So umfasst das Einsatzgebiet der am 15.12.1874 als Pflichtfeuerwehr gegründete Feuerwehr in Tuningen, nicht nur die Gemarkung mit rund 1.600ha (705,6 – 883,0 m NN), sondern auch einige Kilometer Autobahnabschnitt der BAB81 (der sog. Bodenseeautobahn) und der am Autobahndreieck Bad Dürrheim abzweigenden BAB864. Auch die stark befahrene Bundesstraße B523, welche die Kreisstadt Villingen-Schwenningen mit der Nachbarkreisstadt Tuttlingen verbindet, wird in einem Teilbereich von der Tuninger Feuerwehr betreut.

Neben zwei Tankstellen, sind in Tuningen auch ca. 16 Industrie- und Gewerbebetriebe, mehr als 20 Handwerksfirmen (Metall-, Schlosser-, Holz-, Maler- und Elektrounternehmen), ca. 14 landwirtschaftliche Betriebe (davon 10 Aussiedlerhöfe) ansässig. Zwei Supermärkte, eine Grundschule, zwei Kindergärten und ein Familienzentrum (Ganztages- und Kleinkindbetreuung) runden neben zahlreichen Vereinen zwei Physiotherapie- und Arztpraxen (darunter eine Zahnarztpraxis) die sehr gute Infrastruktur im Ort ab.

Waren bei der zuvor erwähnten Gründung der Feuerwehr noch 100 Angehörige (darunter auch zahlreiche Frauen für die Wasserbeschaffung - das sog. Amazonenkorps) zu verzeichnen, so sind heute knapp 40 aktive Mitglieder in der seit 1929 als Freiwillige Feuerwehr Tuningen geführten Einsatzabteilung. Seit 1929 ist auch das Wasserleitungsnetz in Tuningen in Betrieb und so wandelten sich in den Jahren neben der personellen Struktur auch die Einsatzgeräte. Zwar gab es seit Ende des 19. Jahrhunderts bereits eine mechanische Leiter sowie eine handbetriebene Saug-/Druckpumpe, welche 1922 durch eine handbetriebene Doppelkolbenpumpe ersetzt wurde, aber die Gemeinde erkannte schon damals, dass es im Sinne der Bevölkerung notwendig ist, die Feuerwehr stets an das wachsende Aufgabengebiet anzupassen und technisch auszurüsten. Ergänzte man 1929 den "Fuhrpark" um zwei Handdruckpumpen, drei Hydranten- und zwei Hakenleiterkarren, folgte im Kriegsjahr 1942 eine handgezogene Tragkraftspritze.

1961 wurde das erste, mit einem Verbrennungsmotor betriebene Fahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug (LF8) auf Basis eines Opel Blitz, beschafft. Dem folgte im Jahre 1970 ein Tragkraftspritzen-Fahrzeug (TSF) auf Basis eines Ford Transit. Nach der Einführung des analogen Funkmeldeempfängers in den Jahren 1973/74 wurde im Jubiläumsjahr 1975 ein VW-Bully (ausgestattet mit 4 Atemschutzgeräten) und ein Jahr später, aufgrund der mittlerweile eröffneten Autobahn ein Tanklöschfahrzeug (TLF16) auf Mercedes-Benz Fahrgestell mit Sonderausstattung für Verkehrsunfälle beschafft. Seit dem ist die Freiwillige Feuerwehr Tuningen offiziell als Stützpunktfeuerwehr für betreffende Abschnitte der beiden Autobahnen geführt. Dies war auch der Grund, dass neben dem 1991 speziell für die Aussiedlerhöfe angeschaffte Schlauchwagen (SW1000 auf MB Unimog) im gleichen Jahr zusätzlich ein Rüstwagen RW1 (ebenfalls auf MB Unimog) aus Kreisbeständen nach Tuningen gelangte. Bis heute hält der Trend der Gemeinde Tuningen an, die Feuerwehr an die stets weiter wachsenden Einsatzanforderungen anzupassen und so umfasst der heutige Fuhrpark in dem 1986 erbauten Feuerwehrgerätehaus einige Einsatzfahrzeuge mit jeweils speziellen Ausstattungen.

Eine große Aufgabe für die Einsatzkräfte und eine sehr hohe Verantwortung für die jeweiligen Kommandanten, die sich chronologisch wie folgt darstellen:

 

1874  - 1880 Andreas Storz

1880  - 1902 Johann Jakob Schaible

1902  - 1905 Michael Messner

1905  - 1910 Jakob Gaß

1910  - 1924 Adolf Haugstetter

1925  - 1929 Johannes Vosseler

1929  - 1930 Christian Hauser

1930  - 1937 Christian Götz

1937  - 1941 Johannes Kohler

1941  - 1946 Jakob Barrho

1946  - 1970 Jakob Vosseler

1971  - 1996 Martin Götz

1996 - 2001 Kurt Glökler

     seit 2001 Reinhard Link

 

So sieht die Freiwillige Feuerwehr Tuningen dem immer weiter wachsenden Aufgabengebiet vertrauensvoll der Unterstützung von Bevölkerung Gemeinderat und -verwaltung entgegen und steht derzeit vor einem weiteren, großen Projekt: Die Erweiterung des, oder den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses. Bis dahin erfüllt sie jedoch 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr die ihr anvertrauten Aufgaben und stellt somit einen elementaren Baustein für die demokratische Lebensqualität der Bevölkerung dar. Stets getreu dem Motto:

 

 

"Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr"